Tipps zur Auswahl der richtigen Schrift

Tipps zur Auswahl der richtigen Schrift 

Früher wurden Briefe von Hand geschrieben, später hielt die Schreibmaschine Einzug in die Büros. Heute werden Briefe nur noch in besonderen Ausnahmefällen von Hand verfasst und der Computer hat die Schreibmaschine ersetzt.

Der Computer ist dabei auch durchaus ein äußerst hilfreiches Instrument. So können mittels Textverarbeitungsprogramm schnell und einfach die unterschiedlichsten Briefe und Dokumente erstellt werden. 

Diese können dann abgespeichert und beliebig oft ausgedruckt oder als Vorlage für weitere Briefe verwendet werden. Die integrierte Rechtschreibprüfung weist den Verfasser auf Rechtschreibfehler hin, so dass diese weitestgehend vermieden werden können. Zudem ermöglichen selbst die einfachsten Standardprogramme eine Vielzahl unterschiedlichster Spielereien, beispielsweise im Hinblick auf grafische Elemente, Farben oder Schriftarten. Aber bei all den technischen Möglichkeiten sollte der Verfasser nicht vergessen, dass sein Brief nicht nur optisch ansprechen, sondern vor allem auch gelesen werden soll.

In diesem Zusammenhang spielt wiederum die Schrift eine maßgebliche Rolle und worauf es dabei zu achten gilt, erklärt die folgende Übersicht mit den wichtigsten Tipps zur Auswahl der richtigen Schrift:

Die Schrift, die zum Leser passt

Wenn es um die Auswahl der Schrift geht, ist der Verfasser gut beraten, wenn er an denjenigen denkt, für den der Brief bestimmt ist. Schließlich schreibt der Verfasser seinen Brief nicht für sich selbst, sondern eben für den Empfänger.

Der Verfasser sollte sich also vor Augen führen, wer den Brief lesen und in welcher Situation er dies vermutlich tun wird. Für einen geschäftlichen Brief, der meist zunächst nur überflogen wird, sollte eine andere Schriftart gewählt werden als für eine Einladung, die auf edlem Papier ausgedruckt wird. Ein Kind, das gerade anfängt zu lesen, oder eine ältere Person, deren Sehvermögen allmählich nachlässt, wird sich schwer tun, eine verschnörkelte Schreibschrift zu entziffern. Genauso wird jemand, der die Inhalte schnell erfassen möchte, eine klare, einfache Schrift zu schätzen wissen.

Natürlich spielt auch der Geschmack des Verfassers eine Rolle, aber gerade bei Briefen mit wichtigen Inhalten sollte er auf eine gut lesbare Schrift achten. Wie gut die Lesbarkeit einer Schrift ist, hängt dabei zum einen von der Größe ab. Zum anderen spielt aber auch eine Rolle, wie klar, eindeutig und unverwechselbar die einzelnen Buchstaben aussehen.

So gibt es eine Reihe von Schriften, bei denen sich das a und das d oder auch das h und das n nur bei genauem Hinsehen voneinander unterschieden lassen. Solche Schriften sind vor allem für geschäftliche Briefe und für Briefe, deren Inhalte wichtig sind oder schnell zu erfassen sein sollen, nicht geeignet.  

Schriften mit und ohne Serifen

Im Zusammenhang mit Schriften wird grundsätzlich zwischen Schriften mit und ohne Serifen unterschieden. Als Serifen werden die kleinen Füßchen oder Häkchen am unteren Ende der Buchstaben bezeichnet. Serifenlose Schriften heißen auch Grotesk-Schriften, während bei Schriften mit Serifen von Antiqua-Schriften gesprochen wird.

Vor allem für längere Texte sind Antiqua-Schriften besser geeignet, denn die Serifen bilden eine Art Orientierungshilfe für die Augen, die so der Zeile einfacher folgen können. Hat sich der Verfasser für eine Schriftart entschieden, sollte er dann aber auch dabei bleiben. Um den Text zu strukturieren, ist es möglich, wichtige Aussagen oder auch Zwischenüberschriften größer, fett oder kursiv zu setzen.

Die große Auswahl an unterschiedlichen Schriften verleitet dazu, mit mehreren Schriftarten zu spielen. Aber gerade wenn Schriften aus verschiedenen Schriftfamilien miteinander kombiniert werden, sieht dies oftmals irgendwie komisch und unstimmig aus, was sich dann auch wieder auf die Lesbarkeit und die Lesefreundlichkeit auswirkt.

Gleiches gilt übrigens für Spielereien wie Verzerrungen, Schattierungen oder 3D-Effekte. 

Die Schriftgröße und die Zeilenabstände

Neben der Schriftart selbst entscheidet auch die gewählte Größe darüber, wie gut eine Schrift zu lesen ist. Maßgeblich dabei ist das Verhältnis zwischen dem Körper sowie den Ober- und Unterlängen der Buchstaben.

Dadurch erklärt sich auch, weshalb einige Schriften trotz kleiner Größe problemlos zu lesen sind, während die Buchstaben bei anderen Schriften nur bei einer recht großen Größe gut zu erkennen sind. Generell werden für Briefe meist Größen zwischen 10 und 12 Punkt gewählt, auf keinen Fall aber kleiner als 8 Punkt.

Geht es um die Schrift als solches, beispielsweise bei einem Schriftzug wie „Einladung“, sollte die Schriftgröße mindestens 14 Punkt sein, denn erst dann werden die ästhetischen und charakteristischen Merkmale einer Schrift richtig deutlich. Ein weiteres Kriterium für die Lesbarkeit sind die Abstände zwischen den Wörtern und den Zeilen.

Hier kann es sinnvoll sein, anstelle der voreingestellten Standardabstände mit unterschiedlichen Einstellungen zu experimentieren, bis die gewählte Schrift optimal zur Geltung kommt. 

Die Anordnung des Textes

Bei Briefen ist eine linksbündige Anordnung Standard. Dies führt zwar dazu, dass die Zeilen unterschiedlich lang sind, aber insgesamt ist dies die lesefreundlichste Anordnung. Wirkt das Gesamtbild jedoch sehr unruhig, kann der Verfasser den Text überarbeiten, indem er die Wörter manuell trennt und die Zeilen so weitgehend vollständig auffüllt.

Wird der Text zentriert angeordnet, ergeben sich zwar gleichmäßig lange Zeilen, aber innerhalb der Zeilen kann es zu großen Abständen zwischen den Wörtern kommen. Solche Löcher im Textbild wirken häufig irritierend.

Eine Anordnung im Blocksatz sorgt ebenfalls für gleichmäßig lange Zeilen, bietet sich aber eigentlich nur bei kurzen Zeilen wie bei Gedichten oder in Zeitungsartikeln an. Durch die kurzen Zeilen kann der Leser leicht zum Anfang einer Zeile zurückspringen. Aber bei einer solchen Anordnung tauchen häufig Worttrennungen auf, die den Lesefluss recht nachteilig beeinflussen.

Weiterführende Schreibanleitungen, Briefvorlagen und Textbeispiele:

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