Vorlagen für eine Vollmachtserklärung

Vorlagen für eine Vollmachtserklärung 

Durch eine Vollmachtserklärung räumt der Vollmachtsgeber einem Vollmachtsnehmer Vertretungsmacht ein.

Das bedeutet, derjenige, der eine Vollmacht verfasst und erteilt, erklärt damit, dass der Vollmachtnehmer ihn in bestimmten Angelegenheiten vertreten darf.

Die Basis für diese Vertretungsmacht bildet ein Rechtsgeschäft, wobei zwischen unterschiedlichen Arten von Vollmachten unterschieden wird:

·         Eine Spezialvollmacht ist eine Vollmacht, die sich auf eine einzelne, genau definierte Handlung bezieht.

·         Eine Gattungsvollmacht ist eine Vollmacht, durch die der Vollmachtsnehmer alle Rechtsgeschäfte einer bestimmten Art oder Gattung in Vertretung des Vollmachtsgebers abschließen kann.

·         Eine Generalvollmacht bemächtigt den Bevollmächtigten zum Abschluss aller Rechtsgeschäfte, bei denen eine Vertretung zulässig ist.

·         Eine Vorsorgevollmacht gilt für eine künftig eintretende Geschäftsunfähigkeit.

·         Außerdem gibt es Vollmachten, deren Inhalte gesetzlich typisiert sind. Hierzu gehören beispielsweise die Prokura oder Handlungsvollmachten.

In Deutschland wird im Zusammenhang mit Vollmachten zwischen Innen- und Außenvollmachten unterschieden. Innvollmachten sind Vollmachten, die der Vollmachtsgeber gegenüber dem Bevollmächtigten erklärt. Solche Vollmachten werden auch interne Vollmachten genannt.

Außenvollmachten, die auch als externe Vollmachten bezeichnet werden, sind Vollmachten, die der Vollmachtsgeber dem Dritten gegenüber erklärt, mit dem das jeweilige Rechtsgeschäft in Vertretung abgeschlossen werden soll. Ein typisches Beispiel für eine Außenvollmacht ist eine Bankvollmacht. Hier erklärt der Vollmachtsgeber gegenüber der Bank, dass er bei Rechtsgeschäften durch den Bevollmächtigten vertreten wird.  

Welche Formvorschriften gelten für eine Vollmachtserklärung?

Eine Vollmachtserklärung ist eine Willenserklärung des Vollmachtgebers gegenüber einem Bevollmächtigten oder einem Dritten. Dabei können Vollmachten grundsätzlich formfrei, neben der Schriftform also auch mündlich oder stillschweigend erklärt werden. Prinzipiell gilt dies auch dann, wenn das Rechtsgeschäft, bei dem der Vollmachtgeber durch den Bevollmächtigten vertreten wird, an bestimmte Formvorschriften gebunden ist.

In zwei Fällen greift die Formfreiheit jedoch nur bedingt, nämlich zum einen dann, wenn die Vollmacht unwiderruflich erteilt wird, und zum anderen dann, wenn die Vollmacht eine Befreiung vom Verbot des Insichgeschäftes beinhaltet. Schriftlich muss eine Vollmachtserklärung dann erteilt werden, wenn der Bevollmächtigte in Vertretung des Vollmachtsgebers in einen Freiheitsentzug oder in medizinische Eingriffe einwilligen soll.

Zudem muss eine schriftliche Vollmachtserklärung vorliegen, wenn der Bevollmächtigte den Vollmachtsgeber vor Gericht vertritt.   

Was muss in einer Vollmachtserklärung stehen?

Der konkrete Umfang und Wortlaut einer Vollmacht ergibt sich aus der Ausgangssituation. Zu den wesentlichen Bestandteilen einer Vollmacht gehören die Namen, Anschriften und Geburtsdaten des Vollmachtgebers und des Bevollmächtigten sowie die eigentliche Erklärung, wann, wofür, wie lange und in welchem Ausmaß die Vollmacht gilt.

Insgesamt gilt hierbei immer das Vertrauensprinzip, was bedeutet, dass die Auslegung der Erklärungen nach Treu und Glauben erfolgt. Anders ausgedrückt heißt das, dass die Vertretungsmacht des Bevollmächtigten nur soweit reicht, wie es die Erklärungen vorgeben und erlauben.

Überschreitet der Bevollmächtigte seine Vertretungsbefugnis, handelt er ohne Vollmacht und es ergibt sich kein Erfüllungsanspruch des Dritten gegenüber dem Vollmachtgeber. Der Vollmachtgeber kann das Geschäft aber nachträglich genehmigen.   

Wann erlischt eine Vollmachtserklärung?

Eine Vollmacht kann jederzeit erklärt und auch wieder widerrufen werden, sofern keine unwiderrufliche Vollmacht erteilt wurde. Wann eine Vollmachtserklärung erlischt, hängt von dem Grundgeschäft ab, das ihr zugrunde liegt. Wurde beispielsweise eine Spezialvollmacht erteilt, erlischt diese, wenn das jeweilige Geschäft abgeschlossen wurde.

Zudem erlischt eine Vollmacht automatisch dann, wenn der Vollmachtnehmer verstirbt. Anders hingegen ist dies, wenn der Vollmachtgebers verstirbt oder geschäftsunfähig wird. In diesen Fällen verliert die Vollmachtserklärung nur dann ihre Gültigkeit, wenn dies im Rahmen der Vollmacht ausdrücklich so geregelt wurde.  

Vollmachtserklärung vs. gesetzliche Vertretung

Während eine Vollmachtserklärung auf freiwilliger Basis erfolgt, handelt es sich bei der gesetzlichen Vertretungsbefugnis um eine Befugnis, die von Gesetzes wegen oder auf Anordnung eines Gerichtes oder einer Behörde besteht.

Beispiele hierfür sind bestellte Erbschaftsverwalter, Betreuer und Vormünder oder auch Eltern, die ihre minderjährigen Kinder vertreten. Wann und in welchem Umfang eine Vertretungsmacht von Gesetzes wegen besteht und wann diese wieder erlischt, ergibt sich aus den gesetzlichen Bestimmungen oder den Vorschriften der zuständigen Behörden für den vorliegenden Fall.   

Vorlagen und Muster für eine Vollmachtserklärung

Prinzipiell bleibt die Grundvorlage für eine Vollmachtserklärung immer gleich und wird nur um die Angaben in dem jeweiligen Einzelfall ergänzt. Insofern sind nicht zwingend mehrere Vorlagen notwendig, sondern eine allgemeine Vorlage kann der Ausgangssituation entsprechend angepasst werden.

Eine allgemeine Vorlage für eine Vollmachtserklärung kann dann so aussehen: 

Vollmacht für / zu (hier wird angegeben, worum es in der Vollmacht geht) 

Mit dieser Vollmachtserklärung bevollmächtige ich
Name, Vorname: ____________________________
Anschrift: __________________________________
geboren am: ____________________
in: _________________________
 

als Vollmachtsgeber 

Name, Vorname: ____________________________
Anschrift: __________________________________
geboren am: ____________________
in: _________________________
 

als Bevollmächtigen,
 

folgende Aufgaben / Rechtsgeschäfte in Vertretung und in meinem Namen auszuführen:

·         1. Aufgabe
·         2. Aufgabe
·         3. Aufgabe

[Sinnvoll ist, die einzelnen Aufgaben oder Rechtsgeschäfte, bei denen der Vollmachtgeber vertreten werden soll, in Stichpunkten zu benennen. Zum einen ist dadurch sichergestellt, dass die Erklärung keine ungewollten Auslegungen zulässt, zum anderen erhöht dies die Übersichtlichkeit.] 

Die Vollmacht gilt (hier können konkrete Daten eingetragen werden, möglich sind aber auch Formulierungen wie „bis zu ihrem Widerruf“ oder „uneingeschränkt auch über meinen Tod hinaus“) 

Ort, Datum ________________________

Unterschrift des Vollmachtgebers _____________________________ 

(Eine Unterschrift des Bevollmächtigten kann ebenfalls eingefügt werden. Notwendig ist dies aber nur dann, wenn es sich um umfangreichere oder weitreichende Vollmachten wie beispielsweise Vorsorgevollmachten handelt)

Weiterführende Briefmuster, Vordrucke und Vorlagen:

 

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