Häufige und peinliche Rechtschreibfehler in Briefen

Die häufigsten (und sehr peinlichen) Rechtschreibfehler in Briefen  

Sicherlich ließe sich darüber streiten, ob die Rechtschreibreform die Rechtschreibung wirklich vereinfacht hat. Unbestritten ist jedoch, dass Rechtschreibfehler in Briefen nichts zu suchen haben.

Während Rechtschreibfehler in privaten Briefen oder Mails vielleicht weniger tragisch sind, hinterlassen sie in Geschäftsbriefen schlichtweg einen schlechten Eindruck und dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um die Kommunikation mit Kunden, mit Geschäftspartnern oder um ein Bewerbungsschreiben handelt. 

Natürlich spielen bei Geschäftsbriefen die Gestaltung, die Inhalte und der Stil eine elementare Rolle, aber letztlich sind sie die Kür, während eine korrekte Rechtschreibung einfach Pflicht ist.

Hier nun eine kleine Übersicht über die häufigsten und dabei sehr peinlichen Rechtschreibfehler, die immer wieder in Briefen auftauchen: 

Sie oder sie?

Die persönliche Höflichkeitsanrede in einem Brief wird immer großgeschrieben, es heißt also immer Sie, Ihnen und Ihr. Allerdings sollte der Verfasser darauf achten, dass er diese Worte nur dann großschreibt, wenn er den Leser tatsächlich auch anspricht. Ansonsten ergibt sich nämlich eine völlig andere und im Geschäftsbrief sehr peinliche Aussage.

Hierzu ein Beispiel:

1.       Solche Aufgaben machen mir großen Spaß, ich mag sie sehr gerne.

2.       Solche Aufgaben machen mir großen Spaß, ich mag Sie sehr gerne.

Der erste Satz ist richtig geschrieben, denn der Verfasser drückt aus, dass er solche Aufgaben sehr gerne mag. Im zweiten Satz hingegen erklärt er dem Leser, dass er ihn sehr gerne mag.   

Ortsangaben groß oder klein?

1.       Ich war einige Zeit für eine russische Firma tätig.

2.       Die Lieferung erfolgt durch ein schwedisches Unternehmen.

3.       Während meiner Berliner Zeit habe ich einen Computerkurs absolviert.

4.       Wir kooperieren mit einem Schweizer unternehmen.

Die Rechtschreibung von Ortsangaben folgt einer einfachen Regel. Alle Wörter, die geografische Namen beinhalten und auf -er enden, werden immer großgeschrieben. Abgeleitete Ortsangaben, die mit -isch enden, sind Adjektive und werden als solche kleingeschrieben. 

Seit oder seid?

Diese beiden Worte klingen zwar gleich, haben aber eine gänzlich andere Bedeutung. Seit ist eine Zeitangabe, seid hingegen eine Form von „bin“.

Es heißt also beispielsweise, „ich finde, seit der Einführung des Euro seid ihr ganz schön teuer geworden“. 

ß oder ss?

Dass es jetzt nicht mehr heißt daß, sondern dass, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Problematischer wird es jedoch, wenn sich das ß in einem anderen Wort befindet.

Dann stellt sich nämlich die Frage, ob es beispielsweise Spaß oder Spass, Straße oder Strasse, Haß oder Hass, Kuß oder Kuss heißt.

Als Regel hierfür gilt, dass das ß immer dann erhalten bleibt, wenn der vorausgehende Vokal lang ist und die Benotung nicht auf dem s liegt, wie bei Spaß oder Straße. Ist der Vokal kurz und wird das s betont, wird aus dem ß ein ss, also beispielsweise bei Hass oder Kuss.  

Das oder dass?

1.       Er legt ein Verhalten an den Tag, das mich wirklich ärgert.

2.       Er legt ein Verhalten an den Tag, dass mich wirklich ärgert.

Die Problematik bei der Auswahl zwischen dem „das“ und dem „dass“ ist weit verbreitet. Dabei bezieht sich ein einfaches „das“ immer auf ein vorhergehendes Substantiv, während ein „dass“ zwei Sätze miteinander verbindet. Als Probe bietet sich hierbei an, das „das“ durch ein „welches“ zu ersetzen. Ist dies möglich, erhält das „das“ nur ein einfaches s. 

An dem oder am?

1.       Ich habe viel Spaß am Malen.

2.       Ich male am liebsten Landschaften.

Viele gehen davon aus, dass ein Wort durch ein vorangestelltes „am“ automatisch großgeschrieben werden muss. Dies ist allerdings nur dann richtig, wenn das Wort durch das „am“ zu einem Substantiv wird.

Um dies zu überprüfen, sollte das „am“ zu einem „an dem“ aufgelöst werden. Immer wenn dies möglich ist, wird das darauffolgende Wort großgeschrieben. Ansonsten bleibt das Wort klein, beispielsweise bei sämtlichen Superlativen wie am schönsten, am besten oder am größten.

Weiterführende Briefmuster, Vordrucke und Anleitungen:

 

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