Welches Schreibgerät wofür – ein Ratgeber, 2. Teil

Welches Schreibgerät wofür – ein Ratgeber, 2. Teil

Ob Unterschriften, persönliche Briefe, Grußkarten und Einladungen, Notizen, Verträge, Formulare oder Skizzen und Zeichnungen: Auch wenn der Computer und der Drucker heutzutage einen Großteil der Schreibarbeit erledigen, finden sich auf dem Schreibtisch allerlei Schreibgeräte.

Denn ganz ohne Handarbeit geht es nicht. Doch manchmal ist es gar nicht so einfach, den richtigen Stift auszuwählen. Schließlich ist längst nicht jeder Stift für jede Anwendung geeignet.

Um die Entscheidung künftig etwas einfacher zu machen, stellen wir in einem ausführlichen Ratgeber die gängigsten Stifte vor und erklären, welches Schreibgerät wofür verwendet werden kann. Dabei ging es im 1. Teil um den Füller, den Kugelschreiber und den Tintenroller.

Schreibgeräte

Jetzt, im 2. Teil, schauen wir uns drei weitere
Stifte für den alltäglichen Gebrauch an:

Der Fineliner

Der Fineliner ist ein Faserschreiber und gehört damit in die Gruppe der Filzstifte. Wie der Name bereits andeutet, kennzeichnet sich der Fineliner durch seine sehr feine Spitze, die dünne Linien ermöglicht. Als echter Klassiker im Büro und auf dem Schreibtisch wird der Fineliner von vielen verschiedenen Herstellern angeboten. Und neben klassischen Farben wie Blau, Schwarz und Rot ist der Farbliner in allen nur erdenklichen Farbtönen und in allen Abstufungen von Pastell über kräftig bis hin zu Neon erhältlich.

Üblicherweise beträgt die Strichstärke 0,4 Millimeter. Sind besonders feine Linien gefragt, gibt es aber auch Stifte, die eine Strichstärke von gerade einmal 0,1 Millimeter haben.

Die Anwendungsbereiche vom Fineliner

Die feine Spitze macht den Fineliner zum idealen Schreibgerät, wenn ein feines und präzises Schriftbild gefragt ist. Auch exakte Zeichnungen lassen sich mit dem Fineliner gut umsetzen.

Dabei können die feinen, akkuraten Linien sowohl frei Hand als auch mittels Lineal gezogen werden. Fineliner kennzeichnen sich durch eine hohe Deckkraft. Die sehr dünne Spitze sorgt außerdem dafür, dass auch sehr kleine Flächen und spitze Winkel ausgefüllt werden können. Aus diesem Grund werden Fineliner gerne zum Ausmalen von filigranen, detailreichen Bildern wie beispielsweise Mandalas gerne verwendet.

Die Vor- und Nachteile vom Fineliner

Der Fineliner hat folgende Pluspunkte zu bieten:

  • Die sehr dünne Spitze und die schmale Strichstärke ermöglichen ein sehr feines und exaktes Schriftbild. Auch präzise Linien in Zeichnungen lassen sich optimal umsetzen.
  • Die Faserschreiber sind in nahezu allen Farben erhältlich und dabei in der Anschaffung kostengünstig.
  • Der Farbauftrag ist sofort trocken. Die Gefahr, dass die Linien verwischen, besteht somit nicht. Gleichzeitig sind Fineliner dadurch auch für Linkshänder bestens geeignet.

Den Pluspunkten stehen jedoch auch ein paar Minuspunkte gegenüber:

  • Die feine Spitze ist vergleichsweise empfindlich. Ist der Druck beim Schreiben, Zeichnen oder Malen zu groß, nutzt sich die Spitze sehr schnell ab.
  • Im Unterschied zum Füller oder manchen Tintenrollern lässt sich der Fineliner nicht korrigieren. Hat sich ein Fehler eingeschlichen, kann nur ein Korrekturmittel Abhilfe schaffen.

Fineliner gehören zu den Einweg-Schreibgeräten. Ist die Tinte aufgebraucht oder eingetrocknet, muss der jeweilige Stift entsorgt werden. Ein Auffüllen ist nicht möglich.

Der Gelschreiber

Der Gelschreiber ist mit einer Tinte gefüllt, die von der Konsistenz her einem Gel ähnelt. Die gelartige Tinte ist dickflüssiger als die wasserbasierte Tinte von einem Füller oder Tintenroller und dünnflüssiger als die pastenähnliche Tinte von einem Kugelschreiber. Gleichzeitig gibt diese Gel-Tinte dem Schreibgerät auch seinen Namen.

Als Schreibspitze kommt der Gelschreiber mit einer robusten Kugelspitze aus Metall daher. Die kugelige Metallspitze bringt das Gel in einem gleichmäßigen Fluss aufs Papier. Die Tinte selbst hat einen leicht glänzenden Schimmer und ist wasserunlöslich. Erhältlich sind Gelschreiber in vielen verschiedenen Farben.

Die Anwendungsbereiche vom Gelschreiber

Der leichte Glanz der gel-basierten Tinte sorgt für eine elegante und hochwertige Optik. Daher eignet sich der Gelschreiber gut, um Grußkarten, Einladungen und ähnliche Schriftstücke anzufertigen. Auch wenn es gilt, dekorative Schriftzüge zu gestalten, ist der Gelschreiber eine gute Wahl.

Die Vor- und Nachteile vom Gelschreiber

Der robuste Gelschreiber punktet mit folgenden Vorteilen:

  • Mit dem Gelschreiber kann weich und fließend geschrieben werden.
  • Die stabile Kugelspitze hält auch einem höheren Schreibdruck problemlos stand.
  • Gelschreiber sind in vielen verschiedenen Farbtönen erhältlich. Sogar Metallic-Farben werden angeboten.
  • Die Gel-Tinte hat eine sehr hohe Deckkraft. Das gilt nicht nur für dunkle Farbtöne, mit denen auf weißem oder hellem Papier geschrieben wird, sondern auch für helle Farbtöne auf dunklem Papier.
  • Der sanfte Schimmer der Gel-Tinte lässt eine dekorative Optik entstehen, die elegant und hochwertig wirkt.

Allerdings gibt es beim Gelschreiber auch ein paar Nachteile:

  • Wird mit zu viel Druck geschrieben, kann sich die Kugel nicht mehr gleichmäßig drehen. Da die Tinte dadurch nicht mehr fließend auf das Papier gelangt, entstehen dünne weiße Linien.
  • Der Farbauftrag ist nicht korrigierbar.
  • Es dauert seine Zeit, bis die Tinte trocken und wischfest ist. Vor allem für Linkshänder gestaltet sich der Umgang mit einem Gelschreiber deshalb oft recht schwierig.

Der Bleistift

Der Bleistift gehört zu den Klassikern unter den Schreibgeräten. Auch wenn sein Name eigentlich nicht ganz richtig ist. Denn die Bleistiftmine besteht nicht aus Blei, sondern auch Graphit, gemischt mit Ton. Je nachdem, wie die Bestandteile der Mine zusammengesetzt sind, ändert sich der Härtegrad.

Grundsätzlich lassen sich Bleistifte in zwei große Gruppen einteilen:

  • Der Holzbleistift hat eine Hülle aus Holz, die die Mine umschließt und mit ihr verleimt ist. Dadurch verhindert die Holzumhüllung, dass die Mine bricht. Der Schaft kann dicker oder dünner und glatt, dreikantig oder sechskantig sein. Ein etwas breiterer Griff und ein Schaft mit Kanten sorgen meist dafür, dass der Holzbleistift gut in der Hand liegt. Im Unterschied dazu kann es bei einem dünnen und glatten Schaft eher passieren, dass der Stift aus der Hand rutscht.
  • Der Druckbleistift erinnert vom Aussehen her an einen Kugelschreiber. Die Mine wird in den Stift eingelegt und anschließend aus der Spitze herausgedrückt. Die Bleistiftminen gibt es mit verschiedenen Durchmessern. Für den Alltagsgebrauch sind Minen mit 0,7 Millimeter optimal. Denn diese Minen bieten eine recht hohe Bruchfestigkeit, ohne dass die Striche und Linien zu dick werden. Der große Vorteil vom Druckbleistift besteht darin, dass er nicht gespitzt werden muss.

Die Anwendungsbereiche vom Bleistift

Der Bleistift ist sehr vielseitig einsetzbar. So eignet er sich zum Schreiben und Stenografieren genauso wie zum Skizzieren, Zeichnen und Malen. Welchen Härtegrad ein Bleistift hat, hängt vom Verhältnis zwischen dem Graphit und dem Ton ab. Gleichzeitig bestimmt der Härtegrad darüber, für welche Zwecke der Bleistift am besten geeignet ist.

Bei Bleistiften werden vier grundlegende Härtegrade voneinander unterschieden. Sie werden mit den Buchstaben H, F, HB und B bezeichnet. H steht für Hard (= hart), F für Firm (= fest), HB für Hard Black (= hart schwarz) und B für Black (=schwarz).

Innerhalb dieser vier Gruppen gibt es dann noch einmal Abstufungen:

 

Härtegrad Eigenschaft Anwendungsbereich
4H

3H

sehr hart technische Detailzeichnungen und detaillierte Pläne
2H

H

hart technische und mathematische Zeichnungen, klare und präzise Linien
F

HB

mittel alltäglicher Gebrauch, Schriften und einfache Zeichnungen
B

2B

3B

weich freies Zeichnen, Stenografie
4B

5B

6B

sehr weich künstlerisches Zeichnen, Skizzen, dekorative Entwürfe

 

Grundsätzlich gilt, dass die Bleistiftstriche umso dunkler sind, je weicher die Mine ist. Umgekehrt ermöglichen harte Minen hellere und zugleich feinere Linien.

Die Vor- und Nachteile vom Bleistift

Die Stärken vom traditionellen Bleistift sind folgende:

  • Der Bleistift ist ein echtes Multitalent und im Alltag in vielfältiger Form einsetzbar.
  • Das traditionelle Schreibgerät ist günstig zu haben. Natürlich gibt es auch sehr teure Bleistifte, beispielsweise hochwertige Künstlerbleistifte oder edelste Druckbleistifte namhafter Marken. Doch solide Schreibgeräte für den alltäglichen Gebrauch sind mitunter schon für ein paar Cent erhältlich.
  • Die verschiedenen Härtegrade sorgen dafür, dass sich für jeden Zweck ein passender Bleistift finden lässt.
  • Korrekturen sind möglich, denn die Linien lassen sich wegradieren.

Allerdings gibt es auch ein paar Nachteile:

  • Die Deckkraft von Bleistiften ist nicht sehr hoch.
  • Für offizielle Dokumente und Schreiben eignet sich der Bleistift nicht, weil er sich auf Papier kaum fixieren lässt.
  • Vor allem bei weichen Minen besteht die Gefahr, dass die Linien und Striche, aber auch die feinen Partikel, die beim Abrieb entstehen, unschön verwischen.
  • Für den Bleistift ist Zubehör notwendig. Hierzu gehört zum einen ein Radierer. Zum anderen wird für Holzbleistifte ein Spitzer benötigt. Bei Druckbleistiften müssen regelmäßig Minen nachgekauft werden.

Damit haben wir die wichtigsten Schreibgeräte für den alltäglichen Gebrauch vorgestellt. Im nächsten Teil des Ratgebers kümmern wir uns um Schreibgeräte für besondere Anwendungen und unterschiedliche Oberflächen.

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