Welches Schreibgerät wofür – ein Ratgeber, 1. Teil

Welches Schreibgerät wofür – ein Ratgeber, 1. Teil

Ein Großteil aller Briefe und Dokumente wird heutzutage am Computer geschrieben. Übernimmt der Drucker den Ausdruck, stellt sich die Frage nach dem passenden Schreibgerät natürlich nicht. Doch es gibt eben auch genug Unterlagen, bei denen Handarbeit gefragt ist.

Das können persönliche Briefe und Grußkarten, Notizen, Beschriftungen oder auch Skizzen und Zeichnungen sein. Zudem müssen mitunter Briefe unterschrieben, Fragebögen ausgefüllt oder Verträge vervollständigt werden. Spätestens dann stellt sich die Frage nach dem geeigneten Schreibgerät also doch.

Nun ist die Auswahl an Stiften aber riesig. Und jeder Stift hat seine Besonderheiten und seinen Anwendungsbereich. Da die Übersicht zu bewahren, ist gar nicht so einfach. Unter dem Motto “Welches Schreibgerät wofür” haben wir einen ausführlichen Ratgeber zusammengestellt.

Los geht’s dabei mit drei Schreibgeräten für den alltäglichen Gebrauch:

 

Der Füller

Der Füllfederhalter, der auch Füllhalter oder einfach nur kurz Füller genannt wird, ist der Klassiker unter den Schreibgeräten. Er ist gewissermaßen die moderne Version der antiken Schreibfeder. Der Füller schreibt mit Tinte, die in kleinen Patronen in das Schreibgerät eingesetzt wird. Dabei wird meist blaue Tinte verwendet. Aber auch Patronen mit schwarzer, grüner und roter Tinte sind erhältlich. Rote Tinte ist die traditionelle Farbe für Korrekturen.

Je nach Anwendung und Schreibstil gibt es Füller mit verschiedensten Spitzen. Die Palette umfasst runde, gerade und abgeschrägte Federköpfe in unterschiedlichen Breiten von extrafein über mittel bis extrabreit. Außerdem werden Spezialfedern angeboten, beispielsweise für Schreibanfänger und Erstklässler, für Linkshänder oder für die Kalligraphie.

Die Anwendungsbereiche vom Füller

Im Zusammenspiel aus Federspitze und Tinte können sehr schöne und gleichmäßige Linien erzeugt werden. Deshalb kommt der Füller in erster Linie bei persönlicher und hochwertiger Korrespondenz zum Einsatz. Auch in der Kalligraphie, der Kunst des Schönschreibens, wird mit dem Füller gearbeitet. Außerdem werden handschriftliche Unterschriften häufig mit dem Füller geschrieben.

Insgesamt gilt der Füller als edles und hochwertiges Schreibgerät. Aus diesem Grund ist der Füller nicht einfach nur irgendein praktischer Stift. Stattdessen ist er auch ein elegantes Geschenk und so manches Exemplar entwickelt sich im Laufe der Zeit zum wertvollen Sammlerstück.

Und es gibt noch einen weiteren Bereich, aus dem der Füller nicht wegzudenken ist: die Grundschule. ABC-Schützen lernen die Schreibschrift nämlich ganz klassisch mit dem Füller. Deshalb gehört der Füller auch zur Grundausstattung in jedem Mäppchen.

Die Vor- und Nachteile vom Füller

Der edle Klassiker unter den Schreibgeräten wartet mit folgenden Pluspunkten auf:

  • Der Füller ermöglicht ein schönes und ordentliches Schriftbild mit gleichmäßigen Strichen und geschwungenen Linien.
  • Unterschiedliche Federformen und -breiten erlauben ein individuelles Schriftbild.
  • Wird mit blauer Tinte geschrieben, lassen sich Schreibfehler korrigieren. Dafür wird ein sogenannter Tintenkiller verwendet.
  • Der Füller gilt als edles und hochwertiges Schreibgerät. Oft begleitet er seinen Besitzer viele Jahre oder gar Jahrzehnte lang.

Den Vorzügen stehen allerdings auch einige Minuspunkte gegenüber:

  • Für schnelle Notizen ist ein Füller nicht geeignet.
  • Es dauert einen Moment, bis die aufgetragene Tinte getrocknet ist. Bis dahin kann die Schrift leicht verwischt werden. Vor allem Linkshänder stellt das mitunter vor ein Problem.
  • Die Schreibfeder reagiert eher empfindlich auf Druck beim Schreiben.
  • Schriften mit dem Füller sind nicht dokumentenecht.
  • Ein hochwertiger Füller ist in der Anschaffung teurer als andere Schreibgeräte. Außerdem entstehen Folgekosten, weil regelmäßig Ersatzpatronen nachgekauft werden müssen.

Der Kugelschreiber

Der Kugelschreiber hat eine kleine Metallkugel als Spitze. Über diese Kugel wird die zähflüssige Schreibpaste, die auf Ölbasis hergestellt ist, auf das Papier gebracht. Gleichzeitig ist die Kugelspitze auch der Namensgeber. Umgangssprachlich wird aber oft nur vom Kuli gesprochen.

Kugelschreiber lassen sich anhand der Mechanik voneinander unterscheiden. So gibt es zum einen Drehkugelschreiber, bei denen die Schreibspitze herausgedreht wird. Die andere Variante sind Druckkugelschreiber. Hier wird auf einen Knopf gedrückt, um die Schreibspitze herauszuschieben. Außerdem sind sowohl Einweg-, als auch Mehrwegkugelschreiber erhältlich.

Die klassischen Farben für Kugelschreiber sind Blau und Schwarz. Allerdings gibt es das Schreibgerät auch in vielen weiteren Farben, etwa Rot und Grün, Pink, Lila, Braun und sogar Gold. Wer sich nicht entscheiden kann, kann zu einem mehrfarbigen Kugelschreiber greifen. Er enthält Schreibminen in mehreren Farben und um die Farbe auszuwählen, mit der geschrieben werden soll, wird der jeweilige Drücker nach unten geschoben.

Die Einsatzbereiche vom Kugelschreiber

Der Kugelschreiber ist ein echter Allrounder. Deshalb zählt er zu den beliebtesten Schreibgeräten überhaupt. Er fehlt an keinem Arbeitsplatz und in keinem Haushalt. Auch als Werbegeschenk ist der Kuli sehr beliebt.

Die Vor- und Nachteile vom Kugelschreiber

Die Vorzüge vom beliebten Allrounder sind folgende:

  • Kugelschreiber sind in aller Regel dokumentenecht und können deshalb auch für Formulare und andere wichtige Dokumente verwendet werden.
  • Die Metallkugel ist unempfindlich und hält Druck aus. Dadurch geht ein Kugelschreiber nicht so schnell kaputt. Außerdem kann er genutzt werden, wenn ein Papier mit mehreren Durchschlägen beschriftet werden soll.
  • Der Kugelschreiber eignet sich für schnelle Notizen genauso wie für lange Schreiben.
  • Die Mine hält vergleichsweise lang. Soll der Kugelschreiber danach in Gebrauch bleiben, sind Ersatzminen erhältlich. Dabei gibt es Kugelschreiberminen in verschiedenen Farben und mit unterschiedlichen Strichstärken.
  • Es gibt zwar auch sehr edle und teure Exemplare. Insgesamt zählt der Kuli aber zu den preiswerten Schreibgeräten.

Allerdings hat der Kugelschreiber auch zwei große Nachteile. Der erste Minuspunkt ist, dass keine Korrekturen möglich sind. Was einmal mit Kuli auf Papier geschrieben wurde, lässt sich nicht mehr löschen. Der zweite Nachteil ist, dass das Schriftbild unordentlicher wirkt. Besonders gleichmäßige und schön geschwungene Linien sind mit einem Kugelschreiber kaum möglich.

Der Tintenroller

Der Tintenroller ist eine Art Mittelding zwischen Füller und Kugelschreiber. Wie der Kuli hat auch der Tintenroller eine robuste Metallkugel als Schreibspitze. Über diese Kugel wird, wie beim Füller, die dünnflüssige, wasserbasierte Tinte aufs Papier gebracht.

Die Verwendung vom Tintenroller

Die unempfindliche Kugelspitze sorgt dafür, dass der Tintenroller genauso vielseitig eingesetzt werden kann wie der Kugelschreiber. Die dünnflüssige Tinte als Schreibmedium wiederum ermöglicht ein flüssiges Schreiben mit einem insgesamt ordentlichen Schriftbild. Bei persönlichen Briefen und Grußkarten beispielsweise kann der Tintenroller dadurch ein guter Ersatz für den klassischen Füller sein.

Die Vor- und Nachteile vom Tintenroller

Der praktische Tintenroller kann mit folgenden Stärken punkten:

  • Die Kombination aus Kugelspitze und Tinte ermöglicht ein schnelles und fließendes Schreiben. Das Schriftbild wirkt gleichmäßig.
  • Durch die Metallkugel als Schreibspitze ist der Tintenroller unempfindlich und hält auch größeren Schreibdruck problemlos aus.
  • Im Unterschied zum Füller muss der Tintenroller nicht gerade gehalten werden. Er schreibt auch in einer schrägen Position.
  • Die meisten Tintenroller sind dokumentenecht.
  • Der Tintenroller gibt weniger Tinte ab als der Füller. Deshalb trocknet die Schrift auch deutlich schneller auf dem Papier.

Preislich liegen Tintenroller zwischen Kugelschreibern und Füllern. Einfache Modelle sind für den Einmalgebrauch gedacht. Daneben sind Tintenroller erhältlich, die mit einer Ersatzmine bestückt werden können. Die Nachfüllminen sind jedoch vergleichsweise teuer. Obwohl Tintenroller wasserbasierte Tinte verwenden, lassen sich Schreibfehler nicht immer korrigieren. Ganz im Gegenteil sind oft, wie beim Kugelschreiber, keine Korrekturen möglich.

Es gibt zwar Tintenroller, die eine sogenannte metamorphe Tinte nutzen. Diese Tinte verschwindet bei Temperaturen ab etwa 65 Grad Celsius. Um Korrekturen vornehmen zu können, sind die Stifte, ähnlich wie manche Bleistifte, mit einer Gummispitze am Ende ausgestattet.

Durch das Reiben entsteht Wärme, die die Tinte entfernt. Die Stelle dann daraufhin sofort überschrieben werden. Allerdings bleicht metamorphe Tinte mit der Zeit aus, vor allem wenn das Schriftstück öfter Sonnenlicht ausgesetzt ist. Für Unterschriften und wichtige Dokumente sind solche Tintenroller deshalb nicht geeignet.

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Veröffentlicht von

Redaktion

Benjamin Naue, 48 Jahre, Jurist, Sabine Scheuer, 41 Jahre, Rechtsberaterin, David Wichewski, 37 Jahre ,Anwalt schreiben hier Wissenwertes, Tipps, Anleitungen und Ratgeber für Verbraucher zum Thema Recht, Schriftverkehr und Kommunikation.

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