Eine Postkarte schreiben – Infos und Tipps, 2. Teil

Eine Postkarte schreiben – Infos und Tipps, 2. Teil

Mal eben das Smartphone gezückt, ein Foto gemacht und zusammen mit ein paar Worten per Messenger-Dienst verschickt oder in die sozialen Netzwerke hochgeladen: Das mobile Internet macht es möglich, schnell, einfach und kostengünstig in Kontakt zu bleiben. Doch gerade in Zeiten, in denen so gut wie jeder ein Handy hat und die Kommunikation größtenteils über moderne Medien stattfindet, kehrt die gute, alte Postkarte auf die Bildfläche zurück.

Eine Postkarte schreiben - Infos und Tipps, 2. Teil

Das mag daran liegen, dass die Postkarte Erinnerungen an längst vergangene Zeiten weckt. Oder daran, dass der persönliche, von Hand geschriebene Gruß besondere Wertschätzung ausdrückt. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass eine echte Postkarte für willkommene Abwechslung sorgt und sich herrlich von dem Einerlei aus digitalen Medien abhebt.

Nun ist die letzte Postkarte aber mitunter schon eine ganze Weile her und die Unsicherheit dementsprechend groß. Um Hilfestellung zu bieten, haben wir deshalb einen zweiteiligen Ratgeber mit Infos und Tipps rund ums Schreiben einer Postkarte zusammengestellt.

Dabei haben wir im 1. Teil erklärt, worauf bei der Auswahl geachtet werden sollte und wie eine Postkarte adressiert und frankiert wird. Jetzt, im 2. Teil, kümmern wir uns um die linke Seite der Postkarte:

Was kann auf eine Postkarte geschrieben werden?

Während auf der rechten Hälfte der Postkarte die Anschrift des Empfängers und die Briefmarke ihren Platz finden, ist die linke Hälfte für die Nachricht vorgesehen. Dabei muss es sich bei der Nachricht natürlich nicht unbedingt um einen Text handeln. Auch eine Zeichnung oder eine Mischung aus Text und Bildchen sind möglich.

In den meisten Fällen wird es aber bei ein paar geschriebenen Worten bleiben. Tatsächlich wird die Botschaft eher kurz ausfallen. Denn der Platz ist nun einmal begrenzt. Für lange Erzählungen ist eine Postkarte nicht geeignet.

Bevor sich der Absender ans Werk macht, sollte er deshalb schon in etwa wissen, was er schreiben will.

Und dabei können die folgenden Tipps helfen:

  1. Persönlich werden

Einen Beitrag in den sozialen Medien können alle lesen, die in der Liste mit den Kontakten oder Freunden stehen. Im Unterschied dazu richtet sich eine Postkarte ausschließlich an diesen einen Empfänger. Deshalb darf es ruhig persönlich werden.

Für den Einstieg bietet sich eine lockere Anrede wie “Hallo” oder “Liebe/r” samt Name an. Anschließend kann der Absender auf den Empfänger eingehen. Vielleicht hat der Absender etwas erlebt oder gesehen und musste dabei an den Empfänger denken.

Möglicherweise hat er ein lokales Gericht probiert, das er zu Hause unbedingt für den Empfänger nachkochen möchte. Eventuell sind ihm Dinge aufgefallen oder begegnet, die dem Empfänger gut gefallen würden. All das sind Ansatzpunkte für den Text der Postkarte.

Enden sollte der Absender mit Grüßen und seinem Namen. Schließlich soll der Empfänger ja wissen, von wem er eine Postkarte bekommen hat.

  1. Einfach schreiben

Hallo Name!

Wir schicken euch viele Grüße von der Nordsee. Es ist zwar ziemlich kühl hier. Doch der schöne Strand und die gute Luft sind mehr als Entschädigung. Alles Weitere erzählen wir zu Hause!

Bis bald,

Unterschriften

So ein Text mag nicht unbedingt originell sein. Aber er ist aufrichtig und die Grüße werden die Empfänger erfreuen. Denn letztlich ist gar nicht entscheidend, was der Absender schreibt. Es zählt vielmehr, dass er sich überhaupt die Mühe macht, eine echte Postkarte zu schreiben.

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Es geht also in erster Linie um die Geste. Deshalb ist es auch nicht notwendig, ewig zu grübeln und an perfekten Formulierungen zu feilen. Schließlich verfasst der Absender weder eine Bewerbung noch eine Facharbeit, sondern lediglich eine lieb gemeinte Postkarte.

  1. Reime dichten

Möchte es der Absender nicht bei einem einfachen Text belassen, kann er sich als Dichter versuchen. Und dabei kann es zwei Ergebnisse geben. Entweder ihm gelingt ein tolles Gedicht, das den Empfänger rührt. Oder die Reime werden ziemlich holprig. Auch das ist gut, denn so entsteht eine witzige Postkarte, die den Empfänger schmunzeln lässt.

Wie eine gereimte Postkarte aussehen kann? Hier eine kleine Anregung:

Ein herzliches Hallo nach Hause,

ich bin gerade auf großer Sause. Mal am Strand und mal in der Stadt, erkunde ich fleißig, was Urlaubsort so zu bieten hat. Von meinen spannenden Urlaubsgeschichten werde ich euch dann nach meiner Rückkehr berichten.

Unterschrift

  1. Einen geeigneten Stift verwenden

Im Unterschied zu einem Brief, der durch einen Umschlag geschützt ist, wird eine Postkarte offen transportiert. Am besten ist deshalb, den Text mit einem Kugelschreiber auf die Karte zu schreiben. Denn Tinte könnte verwischen, wenn die Postkarte Feuchtigkeit abbekommt. Bleistift könnte unterwegs abgerieben werden.

Wichtig ist außerdem eine leserliche Handschrift. Es muss zwar keine kunstvolle Schönschrift sein. Aber der Empfänger sollte entziffern können, was auf der Postkarte steht.

Wer in Sachen Handschrift aus der Übung ist, kann sich übrigens mit Druckbuchstaben behelfen. Auch wenn eine Schreibschrift optisch mehr hermacht, sind Druckbuchstaben nämlich auf jeden Fall lesbar.

  1. Im Hinterkopf haben, dass es sich um eine Postkarte handelt

Der Absender sollte nicht vergessen, dass der Text auf seiner Postkarte für jeden offen sichtbar ist, der die Karte in die Hände bekommt. Die Mitarbeiter der Post werden zwar wenig Interesse an den Inhalten haben.

Doch wenn die Karte versehentlich beim Nachbarn landet oder ein Mitbewohner den Briefkasten leert, wird er den Text garantiert lesen. Sehr private oder persönliche Mitteilungen sind in einem geschlossenen Brief deshalb besser aufgehoben.

Außerdem sollte der Absender berücksichtigen, dass eine Postkarte aus dem Urlaub einige Zeit unterwegs sein kann. Oft werden die Grüße aus dem Ausland erst eintrudeln, wenn der Absender bereits zurück ist.

Bei wichtigen Mitteilungen, zum Beispiel dass der Absender gut angekommen ist oder wann er am Flughafen abgeholt werden will, ist ein kurzer Anruf oder eine Nachricht per Handy daher sinnvoller.

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Benjamin Naue, 48 Jahre, Jurist, Sabine Scheuer, 41 Jahre, Rechtsberaterin, David Wichewski, 37 Jahre , Anwalt, sowie Ferya Gülcan, Betreiberin und Redakteurin dieser Webseite, schreiben hier Wissenwertes, Tipps, Anleitungen und Ratgeber für Verbraucher zum Thema Recht, Schriftverkehr und Kommunikation.

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